Studienwoche - Martyria heute. Verkündigen ohne zu predigen?
Beschreibung
Der sozialwissenschaftliche Blick auf die aktuelle religiöse und kirchliche Lage in Deutschland fokussiert auf die Herausforderungen der Säkularität, aber auch ihre positiven Anknüpfungspunkte. Wie kann das Evangelium durch Haltung, Beziehungen und Handeln sichtbar werden? Welche Sprache, welche Räume und welche Lernwege braucht kirchliche Präsenz heute? Wo gibt es bereits Formen des „Verkündigens ohne Predigen“?
Zu Beginn der Studienwoche steht ein sozialwissenschaftlicher Blick mit Dr. Tobias Kläden vom Kamp Erfurt auf die aktuelle religiöse und kirchliche Lage in Deutschland. So liefert die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) viele ernüchternde, aber auch ermutigende Daten. Es zeigen sich insgesamt starke Prozesse der Säkularisierung.
Was bedeutet es theologisch und pastoral, dass wir in einer sich immer stärker säkular geprägten Welt leben? Welche Herausforderungen, aber auch positive Anknüpfungspunkte liefert die Säkularität, wenn es um „Verkündigung“ geht?
Zusammen mit Dr. Luisa Fischer geht es dann auf eine gemeinsame Spurensuche aus pionierischer Praxis. Anhand von Praxisbeispielen, kollegialem Austausch und gemeinsamen Denkexperimenten arbeiten Sie an folgenden Fragen:
Ausgehend von Erfahrungen aus dem Pionierprojekt „Weites Land“ lädt Luisa Fischer zu einer kollegialen und praxisnahen Erkundung ein. Im Mittelpunkt stehen keine fertigen Antworten, sondern die gemeinsame Reflexion konkreter Erfahrungen aus pastoralen Kontexten.
Dabei stehen Erfahrungen aus Sozialraumorientierung, Netzwerkarbeit und pionierischem Handeln ebenso im Fokus wie die Frage nach einer Kirche, die Hoffnung stiftet, indem sie zuhört, verbindet und mit Menschen unterwegs ist.
Mit Dr. Gerrit Spallek verlassen wir dann gewohnte Räume und wenden uns dem urbanen Raum zu. Nach einer theologisch-pastoralen Einführung geht es nach Augsburg zur Erkundung der Stadt als Ort der Gottbegegnung. Bewusst besuchen Sie dabei nicht die klassischen kirchlichen Orte (von denen es in Augsburg zuhauf gibt) sondern entdecken die Stadt mit der Frage: Welcher Ort ermöglicht was? Im Interview beschreibt Gerrit Spallek das so: „Kirchen oder Synagogen sind hervorragende Orte der Theologie. Sie geben Zugang zu Gott, indem sie das Vertraute vermitteln. Es gibt aber auch die irritierende, überraschende Gottesbegegnung. Dem überraschenden Gott komme ich nur auf die Spur, wenn ich die gewohnten Orte verlasse. Wirklich spannend wird es, wenn sich beides überkreuzt.“
Die Studienwoche versteht sich als intensiver Lernort, der Pastoraltheologie weiter denkt.
Diese fünf Tage bieten neben Impulsen und Workshops auch spiritu¬elle Momente, Transfer-Gespräche und den Blick über den Tellerrand hinaus. An den Abenden gibt es die Gelegenheit zu Gesprächen mit Vertretern der Presse, des Bistums und Akteuren pastoraler Arbeit.
Diese Veranstaltung richtet sich an:
Priester und Seelsorger:innen, die neue Wege der Verkündigung ausprobieren möchten.
Erfahrene pastorale Mitarbeitende, die neu sprach- und handlungsfähig werden möchten.
Menschen in der pastoralen Ausbildung, die heute schon Ideen für morgen entwickeln wollen.
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Beteiligte Personen
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Referent:innen:
Dr. Tobias Kläden, Erfurt - Dr. Luisa Fischer, Mainz
- Dr. Gerrit Spallek, Hamburg
* gilt für Teilnehmende der (Erz-)Bistümer: Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Regensburg und Würzburg